Athen zeigt Nerven

DIENSTAG, 5.5.15 · NR. 84
STAND 14 UHR
Titelseite
NEWS AM ABEND
Athen zeigt Nerven
Heute mit
SPEZIAL
TECHNIK
Die diesjährigen
Preisträger des Deutschen
Innovationspreises
SEITE 4
Vortag: 11 619,85 Punkte
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11 610,51 Pkt.
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12:45
HEUTE
Mediengeschäft verhilft
Disney zu Umsatzplus
Der US-Konzern Walt Disney hat im vergangenen
Quartal sein Geschäft kräftig ausgebaut. Der Umsatz
stieg um sieben Prozent
auf 12,46 Milliarden Dollar
und der Gewinn auf 2,11
(Vorjahr: 1,92) Milliarden
Dollar, wie der Konzern
mitteilte. Der Unterhaltungskonzern profitierte
von höheren Einnahmen im
Mediengeschäft sowie von
gestiegenen Ausgaben der
Besucher seiner Vergnügungsparks.
Chef des Religionsamts
gibt Luxus-Wagen zurück
Nach Kritik der Opposition
will der Leiter der Religionsbehörde der Türkei auf
seinen luxuriösen Dienstwagen verzichten. Mehmet
Görmez kündigte im TVSender Habertürk an, den
umgerechnet 300 000 Euro teuren Mercedes S 500
zurückzugeben. Gleichzeitig kritisierte er, seine Behörde werde mit der Diskussion um das Auto in
Missgunst gebracht: „Ich
bin noch keinen Tag in dieses Fahrzeug gestiegen.“
Handelsblatt | Quelle: Bloomberg
DAX
Montag, 5.5.2015
eNews für Entscheider
Die Griechen klappern
die Geberländer ab.
Derweil sorgen Gerüchte
über ein Ultimatum des
IWF für Unruhe.
HB I Athen Die akut drohende Zahlungsunfähigkeit löst hektische Aktivitäten in
Griechenland aus. Athen startet überraschend eine umfangreiche Kontaktrunde
mit allen Geldgebern. Im Mittelpunkt stehe das akute Liquiditätsproblem des Landes, berichtet die griechische Finanzpresse. Wie die Regierung mitteilte, wollte Finanzminister Gianis Varoufakis am Vormittag in Paris mit seinem französischen
Kollegen Michel Sapin zusammenkommen. Am Nachmittag ist ein Treffen Varoufakis mit EU-Währungskommissar
Pierre Moscovici geplant. Zeitgleich soll
es zu einem Treffen zwischen dem Chef
der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und dem griechischen Vizeregierungschef Giannis Dragasakis sowie
dem Koordinator der Verhandlungen
Griechenlands mit den Geldgebern, dem
stellvertretenden Außenminister Eukleides Tsakalotos, in Frankfurt kommen. Im
Mittelpunkt dieser Gespräche werde die
für Mittwoch anstehende Entscheidung
der EZB über eine möglichen Aufstockung der Notkredite für Griechenland
stehen. Diese sogenannten Ela-Kredite
(„Emergency Liquidity Assistance“) sind
die letzte Geldquelle für Banken im pleitebedrohten Griechenland. Zuletzt hatte
EZB-Präsident Mario Draghi eine mögliche Eindämmung der Notkredite ange-
Ein Demonstrant in Athen fleht um himmlischen Beistand.
deutet, sollten die Verhandlungen im
Schuldenstreit mit den Griechen weiterhin keine Fortschritte zeigen.
Schon am Vorabend hatte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras
mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, und
Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen. Die Gespräche betrafen die laufenden Verhandlungen Athens mit den Geldgebern, hieß es aus Regierungskreisen.
Ohne baldige Einigung droht Athen die
baldige Zahlungsunfähigkeit. In der kommenden Woche muss das Land an den
IWF und andere Gläubiger Zahlungen in
Milliardenhöhe leisten.
Für zusätzliche Unruhe sorgte eine
neue Konjunkturprognose der EU-Kom-
Konsumenten zahlen
am liebsten in bar
dpa I Köln Die Verbraucher in
Deutschland zahlen beim
Einkaufsbummel noch immer am liebsten mit Bargeld.
Nach einer heute veröffentlichten Studie des Kölner
Handelsforschungsinstituts
EHI wurden 2014 noch rund
53,3 Prozent des gesamten
stationären Einzelhandelsumsatzes von 390 Milliarden
Euro mit klingelnder Münze
und mit Euro-Scheinen beglichen.
Allerdings sind die Barzahler auf dem Rückzug – immer
häufiger wird an der Kasse
statt Bargeld eine Giro- oder
Kreditkarte gezückt. Der kartengestützte Umsatz habe
sich in den vergangenen
zwanzig Jahren auf 170,4 Milliarden Euro verachtfacht,
berichtete das EHI. Aber nur
insgesamt 43,7 Prozent der
Umsätze würden inzwischen
so bezahlt. Die restlichen
drei Prozent Umsatz entfallen auf Rechnungen, Finanzkäufe und auf die immer beliebter werdenden Gutscheinkartenverkäufe.
rtr
mission. Wegen des Schuldenstreits werde das griechische Bruttoinlandsprodukt
nur um 0,5 Prozent wachsen. Voraussetzung sei allerdings, dass bis Juni eine Einigung mit den Geldgebern erzielt werde.
Im Februar war die Brüsseler Behörde
von 2,5 Prozent Wachstum ausgegangen.
Für heftige Marktreaktionen sorgte ein
Bericht, wonach der IWF von den EuroStaaten einen Schuldenerlass für Griechenland fordert. Zahlreiche Anleger stießen daraufhin ihre griechischen Papiere
ab. Bundesfinanzminister Wolfgang
Schäuble dementierte den Bericht umgehend. Andere Berichten zufolge hat der
IWF dies bei dem Finanzministertreffen
in Riga lediglich als Option in den Raum
gestellt.
SEITE 2
15. Handelsblatt Jahrestagung
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Wirtschaft & Politik
2 WIRTSCHAFT & POLITIK
Obama nominiert neuen
Generalstabschef
US-Präsident Barack Obama
will nach Informationen der
„Washington Post“ den General des Marinekorps, Joseph Dunford, als neuen Generalstabschef nominieren.
Der 59-Jährige soll im Herbst
den Amtsinhaber Armeegeneral Martin Dempsey (63),
ablösen.
Front-National-Gründer Le
Pen will gegen
Suspendierung kämpfen
Der Gründer der rechtsextremen Front National (FN),
Jean-Marie Le Pen, will die
Aussetzung seiner Mitgliedschaft in der Partei anfechten. Dies kündigte der
86-Jährige kurz nach dem
Beschluss der Parteiführung
an. Mit seiner Tochter, der
jetzigen FN-Chefin Marine Le
Pen, wolle er nichts mehr zu
tun haben. Der Europa-Parlamentsabgeordnete war nach
neuen rassistischen und antisemitischen Äußerungen innerparteilich unter Druck geraten. Auf einem außerordentlichen Parteitag soll
Jean-Marie Le Pen zudem
der Titel des Ehrenvorsitzenden entzogen werden.
IS bekennt sich zu Anschlag
auf Karikaturenschau
Die IS-Terrormiliz hat sich zu
dem Anschlag auf einen
Wettbewerb von Mohammed-Karikaturen im US-Bundesstaat Texas bekannt. Zwei
„Soldaten“ des Islamischen
Staates (IS) hätten auf die
Ausstellung geschossen, erklärten die Extremisten. Die
beiden Attentäter hatten vor
dem Veranstaltungszentrum
in Garland, einem Vorort von
Dallas, das Feuer auf einen
Sicherheitsbeamten eröffnet.
Die Sicherheitskräfte feuerten zurück und töteten die
Männer. Auf der Veranstaltung sprach auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders.
Arbeitslosigkeit
in Spanien sinkt
Der wirtschaftliche Aufschwung in Spanien schlägt
auch auf den Arbeitsmarkt
durch. Im April hatten 4,33
Millionen Männer und Frauen
keinen Job – rund 119 000
oder 2,7 Prozent weniger als
im Vormonat, wie das Arbeitsministerium mitteilte.
NEWS AM ABEND
DIENSTAG, 5. MAI 2015
Der Zauberlehrling
Nach 100 Tagen steht die Regierung Tsipras in Athen vor einem Scherbenhaufen
dpa I Athen Vom rasanten Start zum be- greifbare Erfolge vorweisen zu können. gruppenstaaten stimmen gegen Griedrückenden Stillstand: Die neue grie- Es kam zu einem Bruch und einem offe- chenland), monierte die griechische Opchische Regierung unter dem Linken nen Streit vor laufenden Kameras mit position.
Alexis Tsipras zieht nach 100 Tagen im Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem
Tsipras scheiterte zudem mit dem VerAmt eine ernüchternde Bilanz. Die Ver- und danach auch mit der Euro-Gruppe. such, eine Art Bündnis der Südländer gehandlungen über eine Lösung des Fi- „Wir verlieren immer 18 zu 1“ (18 Euro- gen das aus Brüssel diktierte Sparpronanzproblems des Landes drehen
gramm zu schmieden. Portugal
sich im Kreis. „Und der Kreis verund Spanien wollten nichts davon
wandelt sich zunehmend in eine
wissen. Und Italiens RegierungsSchlinge, die um den Hals des Lanchef Matteo Renzi empfing Tsipras
des immer enger wird“, sagt ein
freundlich, klopfte ihm auf die
Diplomat eines großen Nicht-EUSchulter und riet ihm, sich an die
Landes in Athen. Die Kassen sind
Regeln zu halten.
leer. Niemand investiert, TausenIn der Zwischenzeit verschlimde Geschäfte schlossen. Krankenmerte sich die Liquiditätslage im
häuser brechen zusammen. Es
Land. Um die Verpflichtungen
fehlt an Medikamenten. Die ArGriechenlands und die Löhne der
beitslosigkeit bleibt groß.
Staatsbediensteten zu zahlen,
Dabei hatte Tsipras Vieles und
kratzte die Regierung auch die
Großes versprochen. Griechenletzten Staatsgelder zusammen.
land braucht angeblich kein Geld
Sogar Rentenkassen und öffentmehr. Die Geldgeber wollte er
lich-rechtliche Unternehmen
überreden, weiter zu zahlen, bis
mussten dem Staat ihre Gelder
er eigene Reformschritte umsetzt.
überlassen.
Es lief genau umgekehrt. Die GeldKommentatoren in Athen spegeber ließen ihn wissen, dass es
kulieren inzwischen darüber, wo
Geld nur gebe, wenn er Reformen
das Problem zu suchen ist. Tsipras
in Gang setzt. Seitdem legt Athen
höre zu viel auf seine Partei – ein
immer wieder neue Listen mit
buntes Sammelsurium von SoziaMaßnahmen vor, die von den
listen, Ex-Kommunisten, MaoisGeldgebern in ihrem größten Teil
ten, Trotzkisten und anderen kleials mangelhaft abgelehnt werden.
neren linken Komponenten. Er
Eine tragende Rolle in dem Dramüsse jetzt handeln und begreima spielte Tsipras’ „Pop-Star-Fifen, dass er Ministerpräsident des
nanzminister“ Gianis Varoufakis.
Landes und nicht nur ein ParteiSein Motto ist die „produktive Unchef sei, hieß es in fast allen Tradideutlichkeit“, wie er seine Politik
tionszeitungen Athens am Wonennt. Es geht um ein eigenartiges
chenende vor dem 100-Tage-JubiFinanz-Pokerspiel, in dem Athen
läum. Er müsse den Griechen
und die Geldgeber bluffen, wie Vanicht mehr das sagen, was sie höroufakis offenbar meinte. Als Sieren wollen, sondern was sie hören
ger werde wohl derjenige herausmüssen. Nämlich: Ohne neue harkommen, der die stärksten Nerte Sparmaßnahmen ohne eine Saven hat. Doch damit verprellte er Griechenlands Premier Alexis Tsipras: Viel verspronierung des Rentensystems wird
die Geldgeber – und zwar ohne chen, (noch) nichts gehalten.
rtr Griechenland bald abstürzen.
Zerfallserscheinungen bei Boko Haram
Impressum
rtr I Malkohi Bei der radikalislamischen Miliz Boko Haram
in Nigeria gibt es nach Schilderung von befreiten Gefangenen offenbar Zerfallserscheinungen. Den Kämpfern
fehlten Waffen und Benzin,
berichteten von der nigerianischen Armee befreite Frauen.
Dies führe zu immer größeren Spannungen innerhalb
der Miliz. Vereinzelt würden
Befehle der Anführer nicht
mehr befolgt.
Die 45-jährige Aisha Abbas
berichtete, zu Beginn ihrer
Gefangenschaft im April seien
alle Boko-Haram-Kämpfer
Verlag: Handelsblatt GmbH
Geschäftsführung:
Gabor Steingart (Vorsitzender),
Frank Dopheide,
Claudia Michalski, Ingo Rieper
Redaktion:
Hans-Jürgen Jakobs (verantw.)
Peter Pfister (Redaktionsltg.)
Sabine Haupt, Karen Wientgen
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40213 Düsseldorf
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E-Mail: [email protected]
www.newsamabend.com
mit Waffen ausgestattet gewesen. Zuletzt hätten aber nur
noch wenige der Islamisten
Gewehre gehabt. Viele seien
lediglich mit Stöcken bewaffnet gewesen, sagten zwei der
befreiten Frauen. Zudem seien Fahrzeuge defekt gewesen
oder hätten wegen Benzinmangels nicht genutzt werden können. Eines Abends im
April hätten die Boko-HaramBewacher erklärt, da sie nicht
genügend Waffen und Treibstoff bekämen, um sich gegen
die vorrückenden Regierungssoldaten wehren zu
können, ließen sie die Frauen
nun im Sambisa-Wald allein
zurück.
Die nigerianische Armee
hat vergangene Woche fast
700 Frauen und Kinder aus
der Gewalt der Miliz befreit.
Boko Haram hat Amnesty International zufolge seit Anfang 2014 mindestens 2000
Frauen entführt und sie als
Sex-Sklavinnen oder Kriegerinnen missbraucht. Die Miliz
kämpft seit sechs Jahren für
einen islamistischen Staat in
Nigeria. Allein im vergangenen Jahr tötete sie dort und in
den Nachbarstaaten etwa
10 000 Menschen.
Handelsblatt News am Abend
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beste ist. Grund dafür ist,
dass jeder Patient ebenso
einzigartig ist wie seine Erbanlagen, die Gene. Zudem
unterscheiden sich auch die
Tumore genetisch, oft verändern sie sich sogar noch während der Behandlung mit einem Medikament oder während einer Bestrahlung.
Mithilfe der Gene könnte
es in Zukunft gelingen, vorab
die passenden Medikamente
zu finden. Denn das Berliner
Unternehmen Alacris Theranostics hat ein Computermodell entwickelt, das diese
Prognosen ermöglicht.
Damit errechnen die Wissenschaftler, welche Wirkstoffkombination einem Patienten am besten hilft. Sie
nutzen für ihren „ModCell“
genannten Simulator vor allem die genetischen Informationen des Kranken und seines Tumors, die sich heute
Labor: Wissenschaftler können mithilfe genetischer Daten – und einem Computermodell – feststellen, welche Wirkstoffkombination einem Krebspatienten am besten helfen wird.
dpa
für wenige 100 Euro bestimmen lassen. In das Modell
sind Daten aus Genforschungsprojekten, Medikamentenstudien und eigene
Erkenntnisse eingeflossen.
Viele Krebsärzte seien
sehr interessiert an einer solchen Vorhersagemöglichkeit,
sagt Alacris-Geschäftsführer
Bodo Lange. Immerhin
könnte sie die Zahl der Menschen, die Krebs überleben,
dramatisch erhöhen.
Ein interessanter Nebeneffekt: Das Modell sucht aus seinem Wissenschatz an möglichen Medikamenten und ihren Wirkmechanismen im
Körper mitunter auch Mittel
heraus, die gegen Rheuma
oder andere Erkrankungen
zugelassen sind. „Wir stoßen
so auf hochwirksame Präparate, die es schon gibt und die zugelassen sind – nur eben nicht
für Krebs“, sagt Lange. Denn
das Modell sucht nach molekularen Schwachpunkten des
Tumors und entsprechenden
Wirkstoffen, die genau an diesen Stellen angreifen und den
Krebs am Wachsen hindern
können. Und das könnte eine
Vielzahl moderner Biowirkstoffe sein, sagt Lange: „Dem
Modell ist es egal, ob Krebs auf
der Packung steht.“
Alacris zwei Ziele: Neben
der individuellen Therapie
soll die Simulation auch die
Entwicklung von neuen Medikamenten beflügeln – nicht
nur gegen Krebs. Mithilfe der
Computersimulation ließen
sich Medikamente viel
schneller, preiswerter und effektiver entwickeln, glaubt
Lange. Und so zählen Pharmakonzerne wie Bayer, die
britische GlaxoSmithKline
oder die US-amerikanische
Eli Lilly inzwischen zu den
Kooperationspartnern und
Nutzern von ModCell, das
Alacris seit 2012 vermarktet.
KATEGORIE
GROßUNTERNEHMEN
Neue Flüssigkristalle
verbessern Handydisplays
Flüssigkristalle des Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmens Merck stecken in rund 60 Prozent aller
Flachbilddisplays weltweit.
Vor allem bei tragbaren Telefonen aber macht sich ein
Grundproblem der Technik
schmerzhaft bemerkbar: Die
weiße Hintergrundbeleuchtung leuchtet immer, selbst
wenn
der
Bildschirm
schwarz ist, und verschwendet Energie aus dem Akku.
Und weil die Displays der
Smartphones mit jeder Generation größer werden,
steigt auch ihr Leistungshunger. Trotzdem sollen Akkus
und Geräte dünn und handlich bleiben. Vergangenes
Jahr präsentierte Merck deshalb eine neue LC-Technologie, bei der die neu entwickelten, zwischen zwei Glasplatten liegenden Flüssigkristalle, das Licht extrem effizient nutzen. Die Folge: Das
Bild erscheint leuchtender
und schärfer, und trotzdem
braucht das Display rund ein
Drittel weniger Energie.
Bereits eine Zehntelgrammmischung der Flüssigkristalle verleiht den Displays
von Smartphones und Tablets ihre Leuchtkraft. Stehen
die Kristalle unter Spannung,
richten sie sich einheitlich
senkrecht zur Glasplatte aus
und lassen Licht durch. „Die
Flüssigkristalle funktionieren
als eine Art Lichtventil“, sagt
Michael Heckmeier, der bis
Ende vergangenen Jahres die
Flüssigkristallforschung bei
Merck leitete.
Wo weiteres Wachstum
herkommen kann, umreißt
Roman Maisch, der bei
Merck Marketing und Vertrieb verantwortet: „In der
Entwicklung sind faltbare
Displays.“ Daneben habe
Merck in seinem neuen Innovationszentrum in Darmstadt gerade Smart Windows
einbauen lassen. Diese Fenster lassen sich mithilfe einer
Flüssigkristallschicht ähnlich
Als Ulrich Rant vor gut 13 Jahren seine Doktorarbeit begann, hatte er eine Aufgabe
abbekommen, die – vorsichtig ausgedrückt – „sehr kreativ gefasst war“, erzählt der
Physiker heute. Sein Professor, ein Fachmann für experimentelle Halbleiterphysik an
der Technischen Universität
München, hatte einfach gesagt: „Wir machen mal was
mit dem Erbgutmolekül DNA
auf Gold und schauen, wie
wir das manipulieren können.“ Dass dabei eines Tages
etwas sehr Praktisches herauskommen würde, war
mehr als unwahrscheinlich.
Aus der vagen und eher
grundsätzlichen Frage wurde
ein Projekt, das die Analyse
von Biomolekülen dramatisch verbessert und beschleunigt – und ein Produkt –
ein Biochip, den Rants Firma
Dynamic Biosensors seit 2014
unter dem Namen SwitchSense vermarktet. Mit dem
schnellen Testsystem können
etwa Pharmaforscher herausfinden, ob ein mögliches
neues Arzneimittel sein Ziel
im Körper finden wird. Auch
Umweltgifte können rasch
festgestellt werden.
Schon im ersten Jahr verkaufte das Startup vier seiner
300 000 Euro teuren Analysegeräte. Der Grund für die
hohe Nachfrage liegt offenbar im enormen Tempo und
der Genauigkeit des Systems,
was sowohl Universitäts- als
auch Pharmaforscher schätzen. Finanzchef Dirk Scholl
sagt: „Switch-Sense kann
Kosten und Zeitaufwand um
bis zu 90 Prozent senken.“
Wirtschaft & Politik
5 WIRTSCHAFT & POLITIK
Medikamente mit Digitalis
erhöhen Sterblichkeit
Gängige Herzmedikamente
aus der Fingerhut-Pflanze
bergen anscheinend größere
Gefahren als bislang bekannt. Darauf deutet eine
Studie zum Wirkstoff Digitalis hin, die heute im „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde. Demnach steigern Medikamente mit dem
Inhaltsstoff die Sterblichkeit
von Patienten mit Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz um 21 Prozent.
Ex-Ghostwriter unterliegt
erneut gegen Kohl
Das Oberlandesgericht Köln
hat das Verbot eines Bestsellers mit nicht freigegebenen
Zitaten des Altkanzlers Helmut Kohl bekräftigt. Die Veröffentlichung der Zitate stellt
nach Auffassung des Gerichts einen unrechtmäßigen
Vertrauensbruch dar. Das
Buch „Vermächtnis: Die KohlProtokolle“ war im vergangenen Jahr ein Bestseller.
Deutsche Schiffe laufen aus
zur Flüchtlingsrettung
Zwei Schiffe der deutschen
Marine beteiligen sich im Mittelmeer ab sofort an der Rettung von Flüchtlingen in
Seenot. Die Fregatte „Hessen“ und das Versorgungsschiff „Berlin“ machten sich
heute von Kreta aus auf den
Weg. Nach Angaben einer
Hilfsorganisation sind heute
Dutzende Bootsflüchtlinge
bei einem neuen Unglücksfall
im Mittelmeer umgekommen.
200 Menschen hätten das
Unglück überlebt.
NEWS AM ABEND
DIENSTAG, 5. MAI 2015
Debatte um Zwangsschlichtung
Ökonomen: Bahnstreik bremst Konjunktur im zweiten
Quartal.
HB I Berlin Der längste Streik
in der Geschichte der Deutschen Bahn wird die deutsche Konjunktur Ökonomen
zufolge bremsen. Die Kosten
in dem aktuellen Bahnstreik
könnten sich auf bis zu 750
Millionen Euro summieren,
wie Konjunkturexperte Stefan Kipar von der BayernLB
heute erklärte. Damit dürfe
die Wachstumsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal um etwa 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen als ohne
Streik.
Gefährlicher schätzen
Volkswirte aber die langfristigen Schäden durch die achte Streikwelle bei der Bahn
ein, wie Kipar betonte: „Als
größtes Risiko erscheint ein
möglicher Reputationsverlust des Standorts Deutsch-
Gähnende Leere am Hauptbahnhof Potsdam: Seit heute bestreiken die Lokführer auch den Personenverkehr.
dpa
land bei ausländischen Investoren.“
Bundesverkehrsminister
Alexander Dobrindt hat sich
angesichts des fast einwöchigen Lokführerstreiks offen
gezeigt für eine strengere Reglementierung im Bereich
der Verkehrsnetze. „Das Ausmaß eingeschränkter Mobilität, das wir in diesem Tarifkonflikt erleben, kann man
Richter können auf höheres Gehalt hoffen
dpa I Karlsruhe Richter und
Staatsanwälte in Sachsen-Anhalt wurden bisher zum Teil
zu gering und damit verfassungswidrig bezahlt. Das entschied das Bundesverfassungsgericht heute in einem
Grundsatzurteil zur Richterbesoldung. Das Urteil hat
über den Einzelfall hinaus
Bedeutung: Denn gleichzei-
tig stellte der Zweite Senat
Maßstäbe für die angemessene Bezahlung der 20 000
Richter und 5000 Staatsanwälte in Deutschland auf.
Damit können drei Richter
und ein Staatsanwalt aus
Sachsen-Anhalt in Karlsruhe
einen Erfolg für sich verbuchen. Die betroffenen Berufsgruppen seien zwischen
BND-Affäre entzweit die Koalition
rtr I Berlin Die BND-Affäre
sorgt zunehmend für Rumoren in der Großen Koalition.
Der innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU) wirft SPDChef Sigmar Gabriel unlautere Angriffe auf Bundeskanzlerin Angela Merkel und die
BND-Spitze vor. Damit solle
sich der Wirtschaftsminister
zurückhalten, sagte der CSUPolitiker, der auch Mitglied
des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) ist.
Denn die enge Zusammenarbeit zwischen dem Bundesnachrichtendienst und dem
US-Geheimdienst NSA sei un-
sich nicht ständig wiederholend leisten“, sagte der CSUPolitiker. „In anderen europäischen Ländern gibt es
deswegen auch besondere
Regeln für Netzbereiche. Ich
habe auch in der Vergangenheit darauf hingewiesen,
dass ich dafür Sympathie habe.“
Eine in diesem Zusammenhang
diskutierte
Zwangsschlichtung hält eine
Parteifreundin des Verkehrsministers allerdings für verfassungswidrig. Sie verstehe
zwar entsprechende Forderungen, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt, eine solche Verpflichtung zur Schlichtung sei aber
„verfassungsmäßig sehr bedenklich, weil sie ein Eingriff
ins Streikrecht wäre.“ Dieses
Recht ist im Grundgesetz verankert.
Pendler müssen aufgrund
des Lokführerstreiks gerade
in den Ballungsräumen mit
mehr Staus rechnen. Zu den
Stoßzeiten morgens und
nachmittags könne die Fahrt
zur Arbeit deutlich länger
dauern als gewöhnlich, sagte
heute eine Sprecherin des
ADAC. „Wer keine Alternative
zum Auto hat, steht fast
zwangsläufig im Stau.“ Eine
genaue Zahl und Länge der
Staus anzugeben, sei aber
nicht möglich. „Das ändert
sich minütlich“, sagte die
Sprecherin.
ter SPD-Kanzler Gerhard
Schröder und seinem Kanzleramtschef und dem jetzigem Außenminister FrankWalter Steinmeier besiegelt
worden.
Der Vorsitzende des NSAUntersuchungsausschusses,
Patrick Sensburg, forderte
mehr Sachlichkeit von der
SPD. Die CDU-Obfrau in dem
Gremium, Nina Warken, kritisierte Rufe nach personellen
Konsequenzen als Effekthascherei. Zuletzt wurde die
Kritik vonseiten der SPD an
der Rolle des Kanzleramts,
das den BND kontrolliert, in
der Affäre lauter. Vor allem
Innenminister Thomas de
Maizière steht als Ex-Kanzleramtschef in der Kritik.
Allerdings wird aus der
SPD weiter gefordert, dass
die Bundesregierung mehr
Aufklärung leisten und zum
Beispiel bis zum Donnerstag
dem NSA-Untersuchungsausschuss die Liste mit den
Suchkriterien der NSA für
den BND übergeben müsse.
„Das Kanzleramt hat eine eigene souveräne Entscheidung zu treffen. Die kann nur
lauten, die Liste vorzulegen“,
sagte der SPD-Obmann im
Ausschuss, Christian Flisek,
der „Passauer Neuen Presse“.
2008 und 2010 auf verfassungswidrige Weise viel zu
niedrig alimentiert worden,
hieß es. Die entsprechenden
Gehaltssätze des Landes seien daher mit dem Grundgesetz unvereinbar. Das Land
müsse spätestens zum 1. Januar 2016 neue Regelungen
schaffen. Ihre Berufskollegen
aus Nordrhein-Westfalen
und Rheinland-Pfalz seien
dagegen angemessen bezahlt
worden, stellte das Gericht
ebenfalls fest. Die Richter
und Staatsanwälte aus den
Bundesländern hatten vor
Verwaltungsgerichten gegen
ihre Alimentierung geklagt.
Die Gerichte legten die Verfahren dann dem Bundesverfassungsgericht vor.
Konjunkturperspektiven
hellen sich auf
rtr I Brüssel Die EU-Kommission blickt etwas zuversichtlicher auf die Konjunktur in
Deutschland und der EuroZone. Die Brüsseler Behörde
sieht wegen des gesunkenen
Ölpreises und des schwachen Euros Rückenwind für
die Wirtschaft. Sie erhöhte
deshalb heute ihre Wachstumsprognose für das Währungsgebiet 2015 auf 1,5 (bisher 1,3) Prozent und für die
deutsche Wirtschaft auf 1,9
(1,5) Prozent. „Hauptmotor
für das Wachstum ist die Binnennachfrage.“ Derzeit sor-
gen demnach vor allem die
Verbraucher mit ihren Ausgaben für Impulse, im nächsten Jahr dürften auch die Investitionen der Firmen spürbar anziehen. Für Frankreich zeigte sich Brüssel etwas und für Spanien deutlich zuversichtlicher als bislang.
Für nächstes Jahr erwarten die Brüsseler Experten
wie bisher einen Anstieg des
Bruttoinlandsproduktes in
Deutschland von 2,0 Prozent
und im Euro-Raum von 1,9
Prozent.
6 WIRTSCHAFT & POLITIK
NEWS AM ABEND
DIENSTAG, 5. MAI 2015
Wenn Geldprobleme in die Sklaverei führen
In Pakistan arbeiten ganze Generationen die Schulden ihrer Vorfahren ab, obwohl ein Gesetz dies verbietet
W
ir sind Sklaven.“ Illusionslos
beschreibt der Pakistaner Mohamed Israr die Lage seiner Familie,
die in einer Ziegelbrennerei schuftet.
Drei Generationen sind hier in
Schuldknechtschaft gefangen: Sie arbeiten, um Schulden abzuzahlen, die
Isrars Vater vor vierzig Jahren gemacht hat. Der 35-Jährige hat wenig
Hoffnung, dass eines seiner sechs
Kinder diesem Teufelskreis je entfliehen kann. „Mein Leben ist die Hölle“,
sagt er. Israr sitzt vor dem Brennofen
auf einem Stapel Ziegel, die seine Familie hergestellt hat. Pakistans
Hauptstadt Islamabad ist nicht weit.
„Ich will nicht, dass meine Kinder so
leben müssen wie ich, aber ich weiß
nicht, was ich tun soll.“
Sein Vater hatte vor 40 Jahren beim
Besitzer der Ziegelei, Chaudry Sabir
Hussain, einen Kredit aufgenommen
und versprochen, ihn abzuarbeiten.
Insgesamt arbeiten etwa zwei Dutzend Familienmitglieder in der Ziegelhütte – Isrars Frau, die Kinder,
neun Brüder und fünf Schwestern.
Israr weiß nicht, wie hoch der Kredit war. Er weiß nur, dass der Vater
Aus der Schuldensklaverei befreite Pakistaner: Schätzungen zufolge leisten bis
zu fünf Millionen Menschen in dem Land Zwangsarbeit.
dpa
sein ganzes Leben verzweifelt rackerte, die Schulden aber immer höher
wurden. Die Familie musste sich
Geld für medizinische Notfälle oder
Hochzeiten beim Besitzer der Ziegelei leihen, der ihnen außerdem Kosten für die Unterkunft in Rechnung
stellt. Er sehe keinen Ausweg aus der
Schuldenfalle, sagt Israr verzweifelt.
In seinem kleinen Büro verteidigt
Hussain das System: „Wenn sie Geld
brauchen, kommen sie zu uns. Im Gegenzug arbeiten sie für uns. Das ist Geschäft, daran ist nichts Schlechtes.“
Kreditnehmer würden durch Bürgen
vermittelt, erklärt er. Sollten ein
Schuldner oder seine Familie versuchen, abzuhauen, würden die Bürgen
helfen, sie aufzuspüren. Die Besitzer
ziehen auch die Ausweise der Schuld-
ner ein. In manchen Fällen nutzten
die Arbeitgeber auch ihren Einfluss
bei der Polizei, falls die Schuldknechte Schwierigkeiten machten, sagt der
Anwalt Rizwan Khan. Viele werden
Opfer von Gewalt oder psychischer
Folter, wie der ehemalige Schuldsklave Mohamed Gul erzählt.
Es gibt Tausende in Pakistan, die
Schuldknechte einsetzen. Offizielle
Statistiken sind nicht vorhanden,
aber Aktivisten schätzen, dass zwei
bis fünf Millionen Menschen versklavt sind. Die meisten arbeiten in
der Landwirtschaft oder stellen Ziegel her. Auch bei Teppichwebern gebe es ähnliche Arbeitsverhältnisse,
sagt Mahar Safdar Ali von der Befreiungsfront für Schuldknechte, die
sich für versklavte Arbeiter einsetzt.
Die Stiftung „Walk Free“ fordert
bessere Kontrolle von Ziegelhütten
und die Umsetzung eines Verbots von
Schuldknechtschaft aus dem Jahr
1992. Ali sieht die Weltgemeinschaft
gefordert. So solle die Europäische
Union wirtschaftliche Zugeständnisse an die Abschaffung von Zwangsarbeit knüpfen.
dpa
FACHTAGUNG
Betriebliche Altersversorgung
16. September 2015 | Düsseldorf
THEMENAUSZUG
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REFERENTEN
BMAS-Vorschläge und Mobilitätsrichtlinie
Folgen und Umgang mit der Niedrigzinsphase im Unternehmen
PSVaG: Update zur Insolvenzsicherung
Aktuelle Benefits-Themen
Aktuelles zum Arbeitsrecht und Steuerrecht
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u.v.a.
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Veranstalter:
Unternehmen & Märkte
7 UNTERNEHMEN & MÄRKTE
Telefonica Deutschland
steigert Gewinn
Der Telekomkonzern Telefonica Deutschland hat dank
geringerer Werbeausgaben
und mehr Mobilfunkkunden
zum Jahresauftakt den Gewinn gesteigert. Der Betriebsgewinn habe in den
ersten drei Monaten 2015 um
sechs Prozent auf 378 Millionen Euro zugenommen, teilte die unter der Marke „o2“
bekannte Telefonica
Deutschland mit. Die Zahl
der Handynutzer stieg um
50 000 auf 42,18 Millionen.
Eon trennt sich vom Rest
seiner Abfallsparte
Deutschlands größter Energiekonzern Eon trennt sich
von den restlichen 49 Prozent seiner Abfallsparte
„Energy from waste“. Einen
entsprechenden Bericht der
„Börsenzeitung“ bestätigte
ein Eon-Sprecher. Die 51-Prozent-Mehrheit der Firma mit
gut 500 Millionen Euro Umsatz hatte Eon bereits Ende
2012 an den schwedischen
Investor EQT abgegeben.
Lufthansa findet neuen
Austrian-Chef im Haus
Lufthansa-Top-Manager Kay
Kratky wird einem Unternehmensinsider zufolge künftig
die Konzern-Fluglinie Austrian führen. Kratky werde Austrian-Airlines-Chef Jaan Albrecht ablösen, sagte eine mit
den Planungen vertraute Person. Kratky leitet seit vier
Jahren im Vorstand der Lufthansa-Passagiersparte das
Ressort Flight Operations.
Austrian ist ein Sanierungsfall.
NEWS AM ABEND
DIENSTAG, 5. MAI 2015
Adidas wächst wieder kräftig
Die neue Strategie von
Konzernchef Hainer trägt
erste Früchte – Alle Marken legen weltweit zu
rtr I München Gute Geschäfte mit Ausrüstung für den Laufsport und mit Mode haben Adidas zum Jahresauftakt einen Schub gegeben. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 17 Prozent auf
4,083 Milliarden Euro, währungsbereinigt betrug das Plus neun Prozent, wie
das Unternehmen heute berichtete.
„Wir sind erfolgreich ins Jahr gestartet“,
sagte Konzernchef Herbert Hainer, der
Adidas vor Kurzem eine neue Strategie
verordnete, damit der Ausrüster schneller wächst und profitabler wird.
Adidas hatte im vergangenen Jahr mit
Problemen im Golf-Geschäft und in
Russland gekämpft; der Gewinn brach
ein, die Erlöse kamen trotz FußballWeltmeisterschaft kaum vom Fleck. In
den ersten drei Monaten des Jahres 2015
stieg der Umsatz in allen Regionen mit
Ausnahme von Russland/GUS, wo er
währungsbereinigt um drei Prozent
schrumpfte. In Nordamerika – dort will
Adidas den Abstand zum Platzhirsch Nike verkürzen – wuchsen die Erlöse bereinigt um sieben Prozent, im größten
Markt Westeuropa um elf Prozent. Für
das Gesamtjahr geht der Konzern davon
aus, dass die Verbraucher in den meisten Regionen der Welt mehr Sportartikel kaufen. Auch das Golf-Geschäft soll
sich besser entwickeln; im Startquartal
Der Sportartikelhersteller Adidas freut sich über gute Geschäfte mit Laufsport-Ausrüstung.
dpa
Rocket Internet setzt auf Essens-Lieferdienste
dpa I London Mit Essens-Lieferdiensten lässt sich aus
Sicht des Berliner Start-upEntwicklers Rocket Internet
noch viel Geld verdienen. „Es
wird dort jede Menge Wachstum geben“, sagte RocketChef Oliver Samwer heute in
London und gab die Übernahme des Lieferdienstes Ye-
meksepeti bekannt. Die
Rocket-Beteiligung Delivery
Hero („Lieferheld“) bezahlt
für den türkischen Marktführer 529 Millionen Euro.
Rocket forme so die weltweit
größte Online-Imbiss-Gruppe außerhalb Chinas.
Rocket baut Onlinefirmen
auf, zweiter Schwerpunkt ne-
KOMMENTAR
Der Kranich ist noch krank
Jens Koenen
Handelsblatt
Es geht aufwärts bei Europas
größter Fluggesellschaft, aber
langsam. So könnte man die
Quartalszahlen von Lufthansa
zusammenfassen. Gut sieht es
unter dem Strich aus. Die Lufthansa kann im ersten Quartal
mit 425 Millionen Euro nach
minus 252 Millionen Euro sogar einen Konzerngewinn ausweisen. Positiv ist zudem, dass
es Lufthansa gelingt, mehr
Geld aus dem operativen Geschäft zu ziehen. Der sogenannte operative Cashflow
stieg um 539 Millionen auf
ging der Umsatz hier währungsbereinigt
um neun Prozent zurück.
Für 2015 bekräftigte Adidas die Prognose, dass der Umsatz währungsbereinigt
im mittleren einstelligen Bereich steigen
soll. Im Gesamtjahr soll die bereinigte
operative Marge zwischen 6,5 und 7,0
Prozent liegen. Im Startquartal stieg der
Konzerngewinn um 22 Prozent auf 255
Millionen Euro, die operative Rendite verbesserte sich auf 8,9 Prozent. Adidas-Chef
Hainer sagte mit Blick auf die Rückschläge 2014, für die er persönlich heftige Kritik hatte einstecken müssen, das Unternehmen habe sich schnell davon erholt.
Jetzt blicke man optimistisch auf das Gesamtjahr. Ab 2016 soll der Umsatz Jahr für
Jahr im Schnitt im hohen einstelligen Bereich steigen, der Gewinn um 15 Prozent.
1,394 Milliarden Euro. Das ist
wichtig, um neue Flugzeuge
zu finanzieren.
Alles bestens also beim
Kranich? Mitnichten. Denn die
recht guten Zahlen wurden
vor allem durch Sondereffekte
erzielt. 209 Millionen Euro weniger kostete im ersten Quartal das Kerosin, wegen des gesunkenen Ölpreises
wohlgemerkt. Zudem brachte
der Umtausch einer Wandelanleihe 503 Millionen Euro.
Ansonsten wäre auch das
Konzernergebnis noch leicht
negativ gewesen. Damit nicht
genug. Sorge bereitet nach
wie vor die Eigenkapitalquote.
Sie ist im ersten Quartal auf
bedrohliche 7,5 Prozent gesunken. Das sind 5,7 Prozentpunkte weniger als Ende 2014.
Grund sind die Pensionsverpflichtungen. Da der Rechnungszins seit Monaten sinkt,
muss Lufthansa die Lasten höher bewerten. Das mag nur ein
buchhalterischer Effekt sein.
Doch er drückt halt das Eigenkapital. Das aber schauen sich
Fremdkapitalgeber sehr genau
an. Der Handlungsdruck ist
groß, will Lufthansa nicht das
bislang noch halbwegs attraktive Rating verlieren.
ben Essens-Lieferdiensten ist
der Modehandel. Rocket war
erst im Februar mit 30 Prozent bei Delivery Hero eingestiegen – für knapp eine halbe Milliarde Euro. Inzwischen liegt der Anteil bei 40
Prozent. Ebenfalls zur Gruppe gehört der Lieferdienst
Foodpanda.
Rocket war im Oktober an
die Börse gegangen, auf Gewinn hoffen die Investoren
vergeblich. Rocket Internet
machte 2014 bei einem Umsatz von 104 Millionen Euro
(+43 Prozent) 45,9 Millionen
Euro Verlust – nach einem
Gewinn von 147,1 Millionen
Euro im Vorjahr.
Urteil: „Skype“ ähnelt
„Sky“ zu sehr
dpa I Luxemburg Zwischen
der Marke des britischen
Senders „Sky“ und dem Namen des Internet-Telefoniedienstes „Skype“ besteht Verwechslungsgefahr. Das entschieden die Richter des EUGerichts in Luxemburg heute (Rechtssachen T-423/12,
T-183/13 und T-184/13). Sie gaben damit dem EU-Markenamt recht, das den Eintrag
von „Skype“ als Marke nach
Protesten von „Sky“ abgelehnt hatte. „Sky“ ließ seinen
Namen vor „Skype“ schützen
und besitzt ältere Rechte.
Zwischen den beiden Zeichen gebe es eine bildliche,
klangliche und begriffliche
Ähnlichkeit, urteilten die
Richter. So würden Menschen das Wort „Sky“ („Himmel“ auf Englisch) in „Skype“
leicht wiederfinden. Zudem
werde das Y in „Skype“ nicht
kürzer ausgesprochen als in
„Sky“. Die wolkenförmige
Umrandung des Wortes „Skype“ im Logo macht die Sache
aus Sicht der Richter noch
schlimmer. Jetzt kann sich
„Sky“ gegen die Verwendung
von „Skype“ wehren.
8 UNTERNEHMEN & MÄRKTE
Daimler-Vorstand: Autos
ohne Fahrer nicht vor 2030
Autos völlig ohne Fahrer
wird es auf deutschen Straßen nach Einschätzung von
Daimler nicht vor 2030 geben. „Dazu fehlt heute noch
vieles“, sagte der Chef der
Forschungsabteilung, Thomas Weber. Eine Art Autobahnpilot, bei dem ein Fahrer
eingriffbereit am Steuer sitze, traue er der Branche aber
bis 2020 zu. Problematisch
ist vor allem, dass ein autonomes Auto im Extremfall eines Unfalls über Leben und
Tod entscheiden muss.
Deutsches Auto-Geschäft
läuft besser als erwartet
Die Deutschen kaufen in diesem Jahr möglicherweise
mehr als 3,1 Millionen neue
Autos. Davon geht der Verband der Automobilindustrie
(VDA) aus, nachdem das
Jahr besser begonnen hat als
erwartet. Von Januar bis
April wurden in Deutschland
1,05 Millionen Autos neu zugelassen, sechs Prozent
mehr als im Vorjahr.
China will Preisgrenze für
Medikamente abschaffen
China gibt die Preise für die
meisten Medikamente frei.
Wie die Wirtschaftsplanungsbehörde mitteilte, wird
die staatliche Festlegung der
Preise zum 1. Juni für einen
Großteil der Arzneien abgeschafft. Der Handelspreis solle durch den Markt festgesetzt werden. China ist der
zweitgrößte Pharmamarkt.
Hintergrund sind Vorwürfe,
dass die staatliche Kontrolle
zu Engpässen geführt habe.
NEWS AM ABEND
DIENSTAG, 5. MAI 2015
VW startet in Nach-Piëch-Ära
Konzernchef Winterkorn
findet nach dem Machtkampf versöhnliche Worte
für seinen Gegenspieler.
rtr I Hannover Nach dem abrupten Abgang von Firmenpatriarch Ferdinand
Piëch will Volkswagen möglichst bald einen Nachfolger finden. Präsidium und
Aufsichtsrat seien dabei, die offenen
personellen Fragen zügig und bestmöglich zu regeln, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn auf der Hauptversammlung des Konzerns heute in Hannover.
Piëch nahm erstmals seit vielen Jahren
nicht an dem Aktionärstreffen teil. Er
hatte Winterkorn in einem beispiellosen
Machtkampf in den vergangenen Wochen aus dem Amt drängen wollen, war
damit aber im engeren Führungszirkel
gescheitert und deshalb zusammen mit
seiner Ehefrau Ursula zurückgetreten.
Winterkorn war bemüht, den Blick
nach vorne zu richten. „Wie Sie wissen,
wollen wir Volkswagen zur Nummer
eins der Welt machen. Dafür brauchen
wir volle Konzentration.“ Die Erfolgsgeschichte von VW werde weitergehen,
versicherte er den fast dreitausend Aktionären. Einen Kandidaten für die
Nachfolge Piëch konnte die VW-Füh-
VW-Chef Winterkorn (v.li.) zeigte sich heute bei der Hauptversammlung mit Hans
Michel Piëch und Wolfgang Porsche.
dpa
rung noch nicht präsentieren. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan
Weil, der das Land im Präsidium des
Aufsichtsrats vertritt, sagte, VW wolle
bei der Suche nach einem Piëch-Nachfolger nichts überstürzen. Ob der Aufsichtsrat bereits einen Fahrplan beschlossen hat, wollte er nicht sagen.
Die Aktionärsversammlung wurde
vom früheren IG-Metall-Chef Berthold
Huber geleitet. Er führt den Aufsichtsrat kommissarisch, bis ein neuer Vorsitzender gefunden ist. Konzernkenner erwarten keine rasche Entscheidung. Derzeit ist niemand in Sicht, der Piëchs
Fußstapfen rasch ausfüllen könnte.
Winterkorn dankte Piëch, mit dem er
den Wolfsburger Zwölf-Markenkonzern
seit 2007 gemeinsam gesteuert hat. „Fer-
dinand Piëch hat die Automobilindustrie
in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein Zweiter – als Unternehmer, als Ingenieur, als mutiger Visionär.“
Volkswagen habe ihm viel zu verdanken.
In seiner Rede vor den Aktionären arbeitet er sich an den Kritikpunkten ab, die
Piëch im Aufsichtsrat aufgebracht hatte
und die letztlich der Grund für seine öffentliche Distanzierung von Winterkorn
waren. Die operative Rendite der Hauptmarke VW sei vor allem deshalb vergleichsweise niedrig, weil darin das starke China-Geschäft nicht enthalten sei.
Den Gewinn der beiden China-Beteiligungen verbucht VW im Finanzergebnis.
„Das ist wie ein Fußballergebnis, bei dem
die Tore eines Top-Stürmers nicht mitgezählt werden“, sagte Winterkorn.
MAN und Scania sollen in einer Holding durchstarten
dpa I Hannover/Wolfsburg
Europas größter Autobauer
Volkswagen unternimmt erste Schritte für eine Dezentralisierung seiner Führung. Dazu bündelt der Konzern sein
schweres Nutzfahrzeug-Geschäft mit den Töchtern MAN
und Scania in einer eigenständigen Holding, wie das
Unternehmen heute vor Be-
ginn seiner Hauptversammlung in Hannover mitteilte.
Die neue Dachgesellschaft
für die Lkws und Busse im
VW-Konzern erhält einen eigenen Aufsichtsrat, in dem
die Arbeitnehmer nach Konzernvorbild ein gewichtiges
Wort mitreden.
Die Dezentralisierung in
der Nutzfahrzeug-Sparte
könnte als Blaupause für weitere Teile des Konzerns dienen. „Wir brauchen klare
Strukturen im Konzern, um
in den einzelnen Bereichen
schnell und flexibel handeln
zu können“, forderte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Von der neuen Holding
verspricht sich der Konzern
eine „engere Vernetzung der
Marken, kürzere Entscheidungswege und mehr Tempo
in der Umsetzung“. Osterloh
wird in dem paritätisch besetzten Aufsichtsrat sitzen.
Chef wird Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler, der
eine schlagkräftige Allianz
bilden soll, die es mit den
führenden NutzfahrzeugKonzern aufnehmen kann.
Abschreibung auf Real
Chipkonzern Infineon verdient
verhagelt Metro das Ergebnis auch nach US-Zukauf gut
rtr I Düsseldorf Eine Abschreibung
von einer halben Milliarde Euro auf
das Sorgenkind Real lastet auf der Bilanz der Metro. Der Handelskonzern
schrieb deshalb im zweiten Quartal
seines Geschäftsjahres 2014/15 Verluste. Im operativen Geschäft ging es
dagegen weiter aufwärts: Der Umsatz
legte zu, vor allem bei Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn klingelten die Kassen. „Wir haben das stärkste Quartal seit sieben
Jahren verzeichnet“, resümierte Metro-Chef Olaf Koch.
Koch will sich mit der Wertberichtigung für Altlasten bei Real freie
Hand für eine weitere Sanierung verschaffen. Die rund 300 Märkte in
Deutschland sollen modernisiert,
das Sortiment aufpoliert werden.
Durch die Abschreibung summierte
sich der operative Verlust (Ebit) der
Metro im zweiten Quartal auf 590
Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 233 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Steuern blieb ein Minus
von 394 Millionen Euro. Der MetroChef sieht sich aber trotzdem auf
dem richtigen Weg. Die Neuausrichtung des Konzerns zahle sich „zusehends aus“. Koch hat eine Online-Offensive gestartet.
rtr I München Der Chipkonzern Infineon verdient nach der Übernahme
des US-Rivalen International Rectifier besser als erwartet. Im laufenden
Geschäftsjahr werde die operative
Rendite dank brummender Geschäfte und wegen des starken Dollars auf
dem langfristigen Zielniveau von 15
Prozent landen und nicht wie bisher
erwartet durch die Integration der
weniger einträglichen Amerikaner
absacken, teilten die Neubiberger
heute mit.
Vorstandschef Reinhard Ploss
plant aber Einschnitte bei Rectifier.
Von den sieben Werken der Amerika-
ner weltweit werde der Standort in
Singapur geschlossen, das Werk in
Wales soll verkauft werden. Wie viele
von den bislang insgesamt 4000 Stellen der Amerikaner betroffen sind,
wollte die Konzernspitze nicht preisgeben. Im vergangenen Quartal kletterte der Umsatz im Vergleich zum
Vorquartal um ein Drittel auf 1,48
Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um 17 Prozent auf 198
Millionen Euro. Die Technologien
aus Oberbayern kämen weltweit gut
an, das gute Quartal sei kein einmaliger Ausreißer, betonte Vorstand
Arunjai Mittal: „Das bleibt“.
Finanzzeitung
9
FINANZZEITUNG
NEWS AM ABEND
DIENSTAG, 5. MAI 2015
Dienstag, 5.5.2015
Strafverfolger legen nach
Euro-Kurs
Im Prozess gegen Deutsche-Bank-Manager kommt weiterer Ex-Vorstand vor Gericht
MÄRKTE HEUTE
Vortag: 1,1146 US-Dollar
1,1128 US$
1,117
1,111
1,105
0:00
13:00
HDax: Tops & Flops
Veränderung z. Vortagesschluss
Pfeiffer Vacuum Tech.
+5,01 %
Symrise
+3,95 %
Heidelbergcement
+3,67 %
Kloeckner
-2,23 %
Talanx
-2,62 %
Morphosis
-3,07 %
Indizes & Kennzahlen
Aktuell
FTSE 100
7 011,46 Pkt.
- Pkt.
3632,94
Umlaufrendite
Brentöl
Gold
Handelsblatt
-
3 622,93 Pkt.
Nikkei
E-Stoxx 50
Vortag
0,34 %
0,33
65,69 US$
65,34
1 188,67 US$
1 188,32
Quelle: Bloomberg
BÖRSE AKTUELL
Der Dax hat seine Erholung
heute fortgesetzt. Der Halbleiter-Konzern Infineon und
der Sportartikel-Hersteller
Adidas sorgten mit überzeugenden Geschäftszahlen für
gute Stimmung. Bis zum Mittag baute der Dax seine Vortagesgewinne um knapp 0,5
Prozent auf 11 675 Punkte aus.
Bei den Unternehmen gehörten die Infineon-Aktien
mit einem Kursplus von rund
2,6 Prozent zu den Favoriten.
Der Konzern ist im zweiten
Geschäftsquartal dank einer
Übernahme, eines starken
Geschäfts mit Sicherheitschips und des schwachen
Euro stark gewachsen. Adidas-Titel legten um bis zu 3,1
Prozent zu. Zuwächse bei
Adidas und der Fitnesstochter Reebok kurbelten das Geschäft an, aber auch der
schwache Euro half dem
Konzern auf die Sprünge.
Auch Analystenkommentare sorgten für Bewegung:
So ging es für die Papiere
von Heidelcement um gut
drei Prozent nach oben,
nachdem die Experten der
Bank UBS eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatten.
rtr I München Im Betrugsprozess gegen
Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und andere Top-Banker dehnt
die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen
auf einen weiteren früheren Vorstand
des Instituts aus. Wie Richter Peter Noll
heute in der Verhandlung im Landgericht München erkennen ließ, steht nun
auch Hermann-Josef Lamberti unter
dem Verdacht des Prozessbetrugs. Lamberti lehne eine Zeugenaussage ab und
berufe sich dabei auf sein Recht, die
Aussage zu verweigern, sagte Noll. Dieses Recht hat laut Gesetz aber nur, wer
in der gleichen Angelegenheit ins Visier
der Staatsanwaltschaft geraten ist.
Denn er muss sich nicht mit einer Aussage selbst belasten.
Die Deutsche Bank wollte sich zum
Fall Lamberti nicht äußern, auch dessen Anwalt sowie die Staatsanwaltschaft lehnten eine Stellungnahme ab.
Mehrere Insider sagten jedoch, die
Strafverfolger beschuldigten Lamberti
wie Fitschen des versuchten schweren
Prozessbetrugs.
Die für den zweiten Prozesstag mit
Spannung erwarteten Stellungnahmen
der Angeklagten verzögerten sich zunächst. Nach der Verlesung der Anklage
vor einer Woche hatten die Verteidiger
Erklärungen von Fitschen und Ackermann angekündigt. „Vor der beabsichtigten Einlassung von Herrn Fitschen
muss zweifelsfrei feststehen, worin die
Hermann-Josef Lamberti, früherer Vorstand der Deutschen Bank, im Jahr 2005,
verweigert die Aussage.
dpa
ihm zur Last gelegte Täuschung beruht“, sagte seine Anwältin Barbara Livonius. Die Staatsanwaltschaft habe
sich bei ihren Vorwürfen gegen Fitschen und die übrigen Angeklagten
selbst widersprochen, monierte sie. Die
Verteidiger warfen der Staatsanwaltschaft vor, sie halte unzulässigerweise
Beweisdokumente zurück und behindere so einen fairen Prozess. Die Ankläger wiesen die Vorwürfe zurück.
Gerson Trüg, ein Verteidiger von
Ackermann, forderte sogar eine Ablösung der zuständigen Staatsanwältin
Christiane Serini, die die Ermittlungen
und die Anklage leitet. Weil Serini in
dem Prozess auch als Zeugin eingeplant
sei, könne sie ihre Aufgabe als Staatsanwältin nicht mehr unabhängig wahrnehmen.
Im Prozess beschuldigen die Strafverfolger die Banker, sie hätten vor Gericht gelogen, um eine milliardenschwere Schadensersatzklage des Medienmoguls Leo Kirch abzublocken
und ihn damit um sein Geld zu betrügen. Der Unternehmer, der 2011 starb,
hatte die Bank für den Zusammenbruch seines Firmenimperiums verantwortlich gemacht. Die Banker haben
die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen.
Mit Lamberti sind im Fall Kirch inzwischen acht amtierende und frühere Vorstände von Deutschlands größtem Geldhaus ins Fadenkreuz der Ermittler geraten: Neben Fitschen, Ackermann und
Breuer sitzen auch die Ex-Vorstände Clemens Börsig, der von 2006 bis 2011 zudem Aufsichtsratschef der Bank war,
und Tessen von Heydebreck auf der Anklagebank. Ermittlungen gegen den heutigen Personalvorstand Stephan Leithner, der früher auch das Ressort Recht
verantwortete, und den ehemaligen Vorstand Michael Cohrs hat die Staatsanwaltschaft bereits früher bestätigt.
UBS steigert Gewinn
um rund 90 Prozent
Pimco-Fonds verliert
Spitzenposition
rtr I Zürich Brummende Finanzmärkte haben der UBS
das beste Quartalsergebnis
seit fast fünf Jahren beschert.
Der Reingewinn der größten
Schweizer Bank kletterte im
ersten Quartal um 88 Prozent auf 1,98 Milliarden Franken (1,9 Milliarden Euro) und
übertraf die Analystenschät-
rtr I New York Der langjährige
Vorzeigefonds Total Return
der Allianz -Tochter Pimco ist
nicht mehr der weltgrößte im
Anleihen-Bereich. Weil die
Kunden seit Jahren immer
mehr Geld abziehen, hat der
Fonds nun seinen Titel verloren. Der Total Return verwaltete Ende April nur noch
zungen von 1,12 Milliarden
Franken deutlich. Im Hauptgeschäft, der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden, erzielte die UBS den
höchsten bereinigten Vorsteuergewinn seit 2008. Das
Institut profitierte davon,
dass die Kunden mehr handelten.
110,4 Milliarden Dollar, wie
Pimco in mitteilte. Überholt
wurde er vom Konkurrenten
Vanguard und dessen Indexfonds Total Bond Market, der
zuletzt 117,3 Milliarden Dollar
schwer war. Pimco und sein
Gründer Bill Gross war in der
Branche lange Zeit das Maß
aller Dinge gewesen.
Unternehmer klagt gegen EZB-Bondkäufe
rtr I Frankfurt Der Familienunternehmer Patrick Adenauer will einem Zeitungsbericht zufolge gemeinsam mit
zwei Kollegen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen
die Staatsanleihen-Käufe der
EZB klagen. „Wir glauben,
dass die Politik des billigen
Geldes mit dem jüngsten Anleihekaufprogramm eine
neue Dimension erreicht
hat“, sagte Adenauer dem
„Kölner-Stadtanzeiger“. Von
der Kölner Baugruppe Bauwens, deren geschäftsführender Gesellschafter er zusammen mit seinem Bruder
ist, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Das viele Geld, das die EZB
in die Märkte pumpe, komme bei den Unternehmen
nicht an, dafür treibe es Ak-
tienkurse und Immobilienpreise in die Höhe, sagte
Adenauer. „Wenn die Notenbank Anleihen in dieser gewaltigen Dimension – 60 Milliarden Euro pro Monat –
kauft, führt dies zu schwerwiegenden Folgen für die
Volkswirtschaft und die Bürger.“ Die Europäische Zentralbank (EZB) will bis September 2016 durch Anleihen-
käufe insgesamt 1,14 Billionen Euro in das Finanzsystem spülen. Damit will sie die
Kreditvergabe der Banken
anheizen, wodurch die Wirtschaft in der Euro-Zone beflügelt werden soll.
Gegen ein anderes Staatsanleihen-Kaufprogramm der
EZB, „OMT“ genannt, laufen
bereits Klagen. Der EuGH will
am 16. Juni darüber urteilen.
Auszeit
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AUSZEIT
HSV-Profi Müller droht
vorzeitiges Saisonende
Fußball-Profi Nicolai Müller
vom Hamburger SV droht
das vorzeitige Saisonende.
Der 27 Jahre alte Offensivspieler hat sich am Sonntag
beim FSV Mainz 05 ein Knochenödem im Sprunggelenk
zugezogen, teilte der Nordklub nach einer Kernspintomographie mit.
Schimpansen greifen
Touristen auf Mallorca an
Ein entlaufenes Schimpansen-Paar hat in einem SafariZoo auf Mallorca die Besucher in Panik versetzt. Wie
die Lokalpresse heute berichtete, töteten Einsatzkräfte
das Weibchen, während das
Männchen entkam. Die Besucher, darunter zahlreiche
Touristen, suchten angesichts
des aggressiven Verhaltens
der Tiere in ihren Autos und
in der Cafeteria Zuflucht.
4 5
Messi, Suárez, Neymar – das Offensiv-Trio von FC Barcelona ist kaum zu stoppen.
dpa I Barcelona Die größte Gefahr für mahnte auch der erfahrene Spanier Xa- einen Zwei-Tore-Schnitt. Das nach dem
Bayern München hat drei Namen: Lio- bi Alonso, der mit seinen Mittelfeldkol- Ausfall von Arjen Robben (Muskelbünnel Messi, Luis Suárez, Neymar. Das legen schon die Zuspiele in die Spitze delriss in der Wade) verbliebene Münsüdamerikanische Angriffstrio des verhindern muss. In der Königsklasse chener Offensivtrio Thomas Müller, RoFC Barcelona hat in dieser Saison bis- hat Barcelonas Sturmtrio mit dem Kür- bert Lewandowski und Mario Götze
lang noch jeden Gegner aufgemischt, zel „MSN“ in den bisher zehn Partien kommt gemeinsam auf 15 Treffer.
ob in der Champions League, der Pri- zusammen 20 Mal getroffen. Das macht
Als Pep Guardiola nach der Halbfinalmera División oder im spaniauslosung die größte Veränschen Pokal. 108 der insgederung von seinem Barça
samt 159 Barça-Tore in allen
(2008–2012) zum aktuellen
drei Wettbewerben haben die
Team des FC Barcelona befantastischen Drei erzielt; 51
nennen sollte, nannte auch
davon der Argentinier Messi,
der Bayern-Trainer zwei Na33 der Brasilianer Neymar
men. „Sie haben Neymar und
und 24 der Uruguayer Suárez.
Luis Suárez gekauft“, sagte
„Das ist schon ein außergeder Bayern-Coach. Insbesonwöhnlicher Sturm, der da auf
dere mit dem Kauf von Suáuns zukommt“, gestand Weltrez für gut 80 Millionen Euro
meister Jérôme Boateng. Auf
vom FC Liverpool im verganden Münchener Abwehrchef
genen Sommer hat sich die
und auf Nationaltorhüter MaSpielweise der Katalanen funnuel Neuer wird es am Mittdamental verändert. Der 28
woch (20.45 Uhr/ZDF und
Jahre alte Uruguayer ist ein
Sky) im Camp Nou von Barceklassischer Torjäger, ein Arlona ankommen, wenn die
beiter im Strafraum. Mit ihm
katalanische Angriffswalze irist das Angriffsspiel der Katagendwie aufgehalten werden
lanen zielstrebiger und direksoll.
ter geworden.
„Das müssen wir als MannAls „Maschinen“ hat die
schaft bewältigen“, urteilte
spanische Zeitung „Mundo
Weltmeister Boateng. „Man Suárez (li, Neymar (Mi.) und Messi feiern ein Tor: Die spanische
Deportivo“ Barcelonas Anmuss sie gut kontrollieren“, Presse hat Barças Offensivspieler als „Maschinen“ bezeichnet. rtr griffstrio bezeichnet.
Wenn Doping kaum mehr nachweisbar ist
dpa I Berlin Auch Doping mit
Mikro-Dosierungen kann
verblüffende Leistungssteigerungen bewirken und ist
kaum nachweisbar. Dies ist
die grundlegende Erkenntnis
einer klinischen Studie französischer Sportwissenschaftler, von der die „Süddeutsche
Zeitung“heute berichtet. Das
zunächst geheime HumanExperiment sei auch von der
Welt-Anti-Doping-Agentur
WADA abgesegnet worden.
Unter Kontrolle von Sportärzten seien acht Probanden
29 Tage lang Blut- und Hormondopingmittel in kleinsten
9 1 6
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Dosierungen verabreicht worden. Die minimalen Dopinggaben verhalfen den Probanden – acht Ausdauerathleten
auf europäischem Spitzenniveau – zu „beeindruckenden
Leistungssprüngen“.
Im
Ernstfall hätten die Dopingbetrüger „keinerlei Entde-
ckung befürchten müssen“,
heißt es in der Zeitung. Wegen
der Mikro-Dosierung habe es
„keinerlei Auffälligkeiten“ in
den „biologischen Blutpässen“ gegeben. Die Dopingmittel seien nur „in sehr kurzen
Zeitfenstern nachweisbar, der
Körper baut sie rasch ab“.
JUST A MINUTE
Zahlenspiel für Kreuz- und Querdenker
Schwer
Mittel
SUDOKU
Die Überflieger von Barça
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Anleitung: Füllen Sie die Matrix mit Zahlen von 1 bis 9. Jede Ziffer darf nur einmal in
jeder Spalte, Reihe und den 3x3-Feldern vorkommen. Doppelungen sind nicht erlaubt.
Die Lösungen zum Sudoku finden Sie in der nächsten Ausgabe des Handelsblatts.
Testen Sie Ihr Englisch!
„We’re doing everything we can to ___ the
virus problem.“
a) tackle
b) foul
c) shoot
Antwort a) tackle – etw. angehen
Fifa-Kandidat Al-Hussein
weist Spekulationen
um Rückzug zurück
Fifa-Präsidentschaftskandidat Prinz Ali bin Al-Hussein
bleibt Herausforderer von
Amtsinhaber Joseph Blatter.
„Ich werde das Rennen bis
zum Ende fortsetzen“, teilte
der Jordanier heute mit. Zuvor waren bei Twitter Nachrichten aufgetaucht, wonach
der 39-Jährige seine Bewerbung zurückzieht, um einen
einzigen starken Gegenkandidaten zu unterstützen. Diese beruhten auf einer Aussage Al-Husseins, wonach es
kurz vor der Wahl Gespräche
zwischen den drei Kontrahenten Blatters geben kann.
NEWS AM ABEND
DIENSTAG, 5. MAI 2015
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www.business-spotlight.de/hb © Business Spotlight, Spotlight Verlag
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